Die Frage ist sehr leicht zu beantworten. Als Selbstständiger oder freiberuflicher Lehrer - und dabei ist es egal ob du Schulunterricht, Unterricht in der Erwachsenenbildung oder Instrumentenunterricht gibst - hast du viele Kosten zu tragen, die ein Schüler nicht gleich sieht oder bedenkt....

  • deine Grundversicherungen (Rente, Sozialversicherungen, Krankenkassenbeiträge)
  • dein Unternehmerrisikio
  • Steuern, die am Jahresende oder im nächsten Jahr abzuleisten sind - bis zu 42% der Einnahmen
  • Beiträge zu Genossenschaften oder anderen, meldepflichtigen Anstalten
  • Räume, Mieten, Allgemeinkosten, Abgaben für Räume, Ausstattung, Equipment, Gitarren, Gurte, Saiten usw...
  • Anfahrtswege, Benzinkosten, Verschleißkosten usw...
  • die Vorbereitungszeit des Lehrers muss auch mit eingerechnet werden in den Stundenlohn, somit die Hälfte tatsächlich
  • in größeren Instituten Löhne, Büroausstattung, Materialien, Telefonkosten, Verpflegung usw...

Diese nur wenigen Punkte mögen dir genügen, damit du dir vorstellen kannst, wie viele Stunden du am Tag arbeiten müsstest um etwa einen gleichen Lohn zu erhalten, wie ein Angestellter, der etwa 2500.-€ Brutto sein eigen nennt. Etwa zwei bis dreimal soviel müsstest du verdienen als Selbstständiger um auf denselben Netto Wert zu kommen, in diesem Beispiel mit Lohnsteuerklasse III - also verheiratet - etwa 1900.-€ Netto. Falls du 30.-€ die Stunde bezahlst - wie viele Stunden müsste ein Gitarrenlehrer Unterricht geben? Die Antwort liegt bei etwa 160 bis 200 Stunden im Monat. Dies sind 40 Unterrichtsstunden in der Woche.

Wie du weisst, kann nicht jeder Schüler unter Tage Unterricht nehmen und ist daher auf die Nachmittage und Abendstunden angewiesen. Wer hier noch 8 Stunden Unterricht am Tage unterbringt ist wahrlich ein Künstler - vorausgesetzt, die Schüler kommen nacheinander zu ihm ins Haus.

Du siehst ganz leicht ein, daß ein fest angestellter Mensch es wesentlich leichter hat am Monatsende sein Schmerzensgeld zu erwarten, als ein freiberuflicher Mensch. Es kommt ja vor, daß Stunden ausfallen, Schüler wechseln oder man noch nebenbei Werbung tätigen müsste, um ständig seine Tage mit Unterricht zu füllen.

Wenn du dich mit Freiberuflern unterhältst stellt sich gerne die Frage, was man denn heutzutage - mit all den Teuerungen - für einen generelle Unterrichtsstunde verlangen müsste:

erschrick nicht: etwa 60.-€ bis 80.-€, damit alle Unkosten gedeckt wären - und das ist nicht übertrieben - wenn man davon leben wollte.

Wenn du also zwischen 20.- und 40.-€ für eine volle Stunde Unterricht bezahlst, bist du also immer noch im unteren Drittel der Kosten, je nachdem ob der Gitarrenlehrer von zuhause aus unterrichtet oder einen Raum mieten muss.

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 22. Dezember 2010 um 13:03 Uhr )