5. Saiten Auswahl - die wichtige Frage - hier fängt der Klang so richtig an !!!

E-Gitarren Saiten:

über Gitarrensaiten und Gitarrensatz Qualität könnte man Bücher schreiben. Eines ist aber klar: einer hat sehr starken Handschweiß (wie ich) und nach 2 Stunden sind die Saiten schon fast schwarz, bei dem anderen halten sie ein halbes Jahr. Da können die Saiten auch nichts dafür, ob sie nun aus reinem Edelstahl sind, oder vernickelt oder sonst was? Jeder findet irgendwann die Saiten mit dem richtigen Preis und der richtigen Qualität. Bei Handschweiß: Probier doch mal Elixier Saiten aus, die sind speziell gecoated. Aber: kuck mal selbst.

E-Gitarren Saiten gibts von Martin, Earnie Ball, Gibson, D'addario, Fender, Elixier, und hunderten anderen mehr. die Preise schwanken von 2,50 bis 20.-€ pro Satz.

Gitarrensaiten

E-Gitarren Sätze sind in bestimmten Größen, bzw. Saitenstärken zu erhalten. Wir Gitarristen benennen nur noch die unterste, dünne Saite zur Beschreibung beim Kaufen: z.B. ich möchte einen 9er Satz oder 8er Satz oder 10er Satz usw...

Ein leichter 9er Satz beschreibt sich etwa so: dünnste Saite zuerst: .009 - .011 - .016 - .024 - .032 - .042 , wobei der normale Satz an der dicken Saite dann .046 aufweist

Die Nomenklatur bezieht sich auf inch (Zoll) und kann auch in mm umgerechnet werden, z.B. wie oben: 0.23 - 0.28 - 0.41 - 0.61 - 0.81 - 1.07 mm, wie überall auf der Welt spricht aber jeder nur noch in inch Hyroglyphen, also 9er, 10er, 11er oder 12er Satz

dann gibt's das ganze noch half rounded für Jazz Gitarren oder auch verchromt, dick, dünn, feste Zugspannung, weiche Spannung usw. Einfach ausprobieren wie wir alle, von der Ferne kann ich dir leider keinen Tipp geben, aber fang einfach mal mit D'addario an, probier mal günstige Sätze von Martin, Fender, Earnie Ball, oder auch mal Elixier.

noch ein Tipp: D'addario verwendet verschiedene Farben an den bullets, also den Messing Ringen, die du zum Einspannen in die Gitarre brauchst und kannst daher schnell die gerissene Saite auswechseln - eben aufgrund der Farbe für jede Stärke. Also jetzt bitte nicht als Werbung oder Vertriebsstrategie ansehen.

Wer viel spielt und recht schwitzt kommt nicht ums regelmäßige tauschen rum und irgendwann kostet es dich richtig Geld, da ist es schon ratsam einen Satz für günstiges Geld zu kaufen, also wirklich, schon für 2,50 € gibt's ganze Sätze, ob sie was taugen musst du entscheiden.

 

folgende Saitentypen werden auf akustischen und elektrischen Gitarren verwendet:

  1. Bronzesaiten aus 80/20 Kupfer/Zinn Legierung - brilianter Klang
  2. Messingsaiten aus 80/20 Cu/Sn bis 60/40 Cu/Sn
  3. Phosphorbronze Saiten aus 90/10 Cu/Sn Legierungen - am meisten verwendet
  4. Stainless Steel Saiten aus Edelstahl gegen Handschweiß - höherer Output am Pickup, da Eisengehalt höhrer
  5. Nickelstahl Saiten - da Eisenkern höhere Auslenkung der Pickupleistung
  6. Maxima Gold Strings mit Goldumfilmung - wurde viel von Frank Zappa benutzt - brillianter Klang, aber teuer
  7. Superwound Saiten - hier liegt die Saite am Steg mit den Saitenkern auf, dann erst Umwicklung
  8. beschichtete Saiten: Elixir mit Goretexfilm gegen Handschweiß - D'addario EXP Saiten

Dann gibt es spezielle gefertigte Saiten für Jazz und Archtop Gitarren, die einen voluminösen und dumpferen Klang bieten, Greif- und Gleitgeräusche verhindern:

  1. Flatwound Saiten - weniger Greifgeräusche, aber nicht mehr brilliant
  2. Halfround Saiten - etwas brillianter, weniger Greifgeräusche als mit herkömmlichen Saiten

Saiten für Konzert Gitarren:

  1. Nylonsaiten, Seide Saiten - auch Silk & Bronze genannt
  2. Darmsaiten aus Katzendarm
  3. glatte Nylonsaiten für die Bässe
  4. umsponnene Nylonsaiten mit Silber / Gold auf Basssaiten
  5. Kohlenstoff Saiten

Saitenstärken für Akkustische Gitarren:

  1. ultra leicht: .010 bis .048
  2. extra leicht: .011 bis .052
  3. leicht : .012 bis .054
  4. medium: .013 bis .056
  5. heavy: .014 bis .059
  6. bluegrass: .012 bis .056

E-Gitarren Saiten Stärken:

  1. ultra leicht: .008 bis 0.38
  2. extra leicht: .009 bis .042
  3. leicht: .009 bis .046
  4. medium: .010 bis 0.46 bzw. .052
  5. heavy: .011 bis 0.49 bzw. .054
  6. heavy: .012 bis 0.56

 

weiteres Zubehör: Gitarrengurte, Koffer, Pflegemittel:

Gitarrengurte

GitarrenkofferPflegemittel Griffbrett und Lack

Selbstverständlich möchtest du auch im Stehen und auf der Bühne spielen, dazu brauchst du einen richtig guten und schönen Gurt, möglicherweise aus Leder, schön weich gepolstert. Falls deine Gitarre, egal ob akustisch oder elektrisch, keine Befestigungsknöpfe (Gurtpins) vorweist kannst du diese in jedem gut sortierten Gitarrenladen kaufen und selbst montieren.

Aber Vorsicht! Wenn du über keine großen handwerklichen Fähigkeiten verfügst solltest du einen Mechaniker ranlassen, damit dir vom Lack nichts abspringt oder du nicht einfach die Schraube mit Gewalt ins Holz bohrst.

 

Zur Erklärung: Befestigungsknöpfe (Gurtpins) sind mit Holzschrauben versehen, du kannst sie nicht einfach mit dem Akkuschrauber in die Gitarre hämmern, da platzt dir alles ab. Wie es ein richtiger Mechaniker gelernt hat solltest du unbedingt vorher den KERNGEWINDEDURCHMESSER der Holzschraube mit einem kleinen Bohrer vorbohren, sodaß eigentlich nur die Gewindeflanken selbst ins Holz greifen. Vielleicht hast du eine Schiebelehre zur Hand. Du misst den Durchmesser der gesamten Schraube und kuckst dir an, was an Kernmaterial der Schraube etwa vorgebohrt werden sollte. Es sollte eben nicht zu klein und nicht zu groß sein. Mindestens solltest du die halbe Stärke des gesamten Gewindedurchmessers vorbohren. Soviel sollte dazu genügen, den Rest kriegst du schon raus. Wenn du aber ganz sicher gehen willst, probierst du das zuerst an einem Übungsholzstück aus, schraubst die Schraube rein und kuckst, ob es hält. Dann machst du es an deiner Gitarre.

 

Wo sind die bevorzugten Stellen für die Befestigungsknöpfe (Gurtpins) an einer Gitarre?

WesterngitarrenHier siehst du Westerngitarren von der Seite her. Dort wo der Hals am Body nach hinten ausläuft ist meist ein kleines Dreieck am Hals, das mit einem anderen Material verziert ist, z.B. weiß oder weiß umrandet. In dieses Dreieck habe ich meist meine Befestigungsknöpfe reingemacht. Das hält bombenfest, der Hals ist aus durchgängigen Material und im Koffer ist genügend Schaumstoff um den Knopf aufzunehmen. Keinesfalls in den Körper oder den Schallraum reinbohren, denn das Holz ist nur wenigen Millimeter dick! Die andere Stelle ist meist schon mit einem Knopf versehen, das wäre die Unterseite, wo meist auch der Anschluß fürs Kabel ist oder schon ein Knopf drinne ist.

Wenn du schon mal Saiten wechselst - wie wäre es bei der Gelegenheit die gesamte Gitarre mal zu putzen, vom Schweiß und eingetrockneten Finger- und Salzresten zu reinigen und das ganze Gerät mal wieder schön poliert glänzen zu lassen? Pflegemittel bekommst du in jedem Gitarrenladen und die Pflegeserie von Dunlop hat mir sehr gut gefallen und riechen tut's auch noch gut, nach Lemon! Das Griffbrett bleibt mit Restfeuchte versehen, greift sich besser und ist gegen deinen Handschweiß besser gefeit und bei der Gelegenheit kannst du eingetrocknete Fettreste entfernen - Staub, Schmutz und Dreck haben keine Chance mehr und du spielst einfach wieder mit viel mehr Freude auf deiner Klampfe.

In unseren Videos von Georg zeigt er dir auch, daß es sehr sinnvoll ist beim Saitenwechsel die Reste mit einer Kneifzange oder etwas stabileren Seitenschneider abzukappen, sonst kann es passieren, daß du deinem Bandkollegen die Augen ausstichst. Das Video findest sehr schnell unter dem Reiter "Videos" bei den E-Gitarren Videos, darunter ist noch ein Video für die Akustik Gitarren.

Akustik Gitarren Saiten:

Ehrlich: anfangs war ich ein Fan von dünnen Saiten auch auf der akustischen Gitarre, also 9er oder 10er Sätze usw...

Dann hab ich mal wieder Gitarrenunterricht genommen und die Profis haben mir ganz praktisch gezeigt, daß man mindestens einen 11er oder am besten - wie alle - auf einen 12er Satz spielt. da geht die dicke E-Saite halt mit .056 zum Brunnen aber die klingt halt dann auch stramm. Der Unterschied im Klang, der Präsenz und Stimmfestigkeit ist deutlich als Verbesserung zu spüren. Für meine Tochter nehm ich trotzdem einen 10er oder 11er Satz, weil sie halt zartere Finger hat. Männer halten einfach mehr aus, oder? Schmerzen sind willkommen. Hihi - also hier trennt sich auch die Spreu vom Weizen, wer immer nur auf der elektrischen mit sehr weichen Sätzen gespielt hat und dann mal ne Stunde auf einer akustischen mit einem 12er Satz spielt, weiß was ich meine, das kann wehtun!

 

6. das Plektrum, Fingerpicks usw... auch hier gibt es wieder die Qual der Wahl. Es gibt weiche, mittlere bis harte und sogar sehr harte Plektren. Für das Solospiel sind härtere Plektren zu bevorzugen, da du hier immer exakt genau die Saiten triffst, ein weiches Plektrum biegt sich stark durch, wobei du keine regelmäßige Bewegung und Anschläge erreichst. Leider bin ich viel zu spät darauf aufmerksam geworden, weshalb auch mein Solospiel immer ungenau und nicht reproduzierbar war.

Der Tipp mit dem härteren Plektrum ist gerade für E-Gitarristen kriegsentscheidend! Lernst du anfangs mit dem falschen Plektrum das Spielen, dauert es am Ende wieder länger, bis du dich an das andere gewöhnt hast und du verlierst Zeit. Also gleich richtig beginnen, dann passt es.

Viele Dinge gäbe es zu den kleinen Helferlies zu sagen, das ist ja auch ziemlich stark von deiner Anwendung und der Gitarren und deinem Musikstil abhängig, was du verwenden solltest. Bei den Fingerpicks kenn ich mich gar nicht aus, da frägst du am besten den Gitarrenlehrer deines Vertrauens, der damit schon jahrelange Erfahrung hat. Tatsächlich siehst du auch E-Gitarristen mit Fingerpicks am Daumen usw... je nach Stil und Persönlichkeit und Entwicklung gibt es da tausende Möglichkeiten.

Fingerstylgitarristen verwenden fast alle Fingerpicks, die Saiten klingen einfach brillianter und der Attack kann genau und exakt definiert werden.

 

Aktualisiert ( Dienstag, den 11. Januar 2011 um 10:29 Uhr )