Für den Umbau oder die Erweiterung deiner E-Gitarre gibt es viele Ersatzteile und Profiequipment. Das war nicht immer so. Mittlerweile sind so viele Ersatzteile verfügbar, daß man glatt meinen könnte, eine komplette Gitarre auch einzeln zusammenbauen zu können. Im folgenden nenne ich dir die wichtigesten Baugruppen, die momentan im Markt angeboten werden... So wie man Gitarre spielen lernt wirst du auch bei der Technik immer mehr vorankommen und herausfinden, was das Beste für dich ist.

1. Schlagbretter

Die Plastikabdeckungen inclusive Pickups und Verdrahtung werden sowohl einzeln - also das normale Plastikbrett - als auch komplett  bestückt angeboten. Die Abdeckungen gibt es in verschiedenen Stilen und Farben.

 

  1. - im Stratocaster Stil und Telecaster Stil
  2. - im Les Paul Stil
  3. - im SG Stil
  4. - für Akustik Gitarren
  5. - als auch die Abdeckungen für die Rückseiten der Gitarren

 

2. Potentiometer

hier gibt es wiederrum verschiedene Hersteller, Anbieter je nach Anforderung und Geschmack. Eine gute Erfahrung habe ich mit den original Fender Volumen und Tonpotis gemacht, welche bei Vollstellung 10 einen Totaldurchgang bieten und so die Höhen stärker zur Geltung kommen lassen, als Standard Potis. Manchmal rentiert es sich doch einen höheren Preis zu zahlen und festzustellen, daß sich hier klanglich noch eine andere Welt auftut. Vor allem bei günstigen Einsteiger E-Gitarren wird natürlich überall gespart wo es möglich ist. Potis aus EU oder USA sind halt in der Herstellung präziser, genauer eingestellt und mit besseren Materialien versehen. Ausserdem blickt man hier auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurück, wohingegen im asiatischen Raum immer wieder neue Leute angelernt werden müssen aufgrund der hohen Fluktuation, da kann auch der einzelne Fachmann nicht helfen. Die Herstellungskosten werden einfach beim Einkauf der Materialien eingespart, da hilft nichts. Dies schlägt sich dann auch im Verkaufspreis nieder.

3. Bünde und Bunddrähte

Wer handwerklich begabt ist und sich einiges traut, kann auch seine Bünde neu bestücken, falls diese schon eingekerbt und abgegriffen sind. Allerdings rate ich dir, es lieber zu lassen, falls du es noch nie gemacht hast. Bei meiner hochwertigen Akustischen Gitarre Lowden bin ich extra 140km nach München gefahren und habe es bei einem Guitar Repair Shop wieder herrichten lassen, der Preis für eine Überarbeitung der Bünde, des Sattels und des Griffbrettes hat mich ca. 130.-€ gekostet und sie war wie neu bespielbar. Lesen alleine hilft da nicht viel, man müsste das Ganze an einer alten Gitarre zuerst ausprobieren usw. Also - wer sich traut, kann alles selber machen.

4. Mechaniken (Saitenkurbeln)

Eine interessante Geschichte, was hier der Markt momentan anbietet. Für elektrische Gitarren, für akustische Gitarren, für 6- und 12-saitige Gitarren, für Les Paul Formen, also 3 oben, 3 unten, usw. - für Banjos, Ukulelen, Mandolinen usw. - Ende der 70er bis Mitte der 80er waren die Schaller Mechaniken in Gold absolutes Novum und selbst an meiner neuen Lowden Akustik Gitarren waren goldene Schaller Mechaniken installiert. Mittlerweile ist die Auswahl hier riesig. Kuck dich durch und lass dich einfach beraten, was du für dein Budget erhalten kannst.

5. Brückenhalter, Stege, Saitenhalter

Hier gibt es die unterschiedlichsten Formen, Farben und Verarbeitungen. du wirst staunen, daß du eigentlich alles bekommst, wie es in deiner Gitarre schon drin war, allerdings dann in besserer oder sehr hochwertiger Qualität. Da geht es los bei Gitarrenstegen für Les Paul Formen, Saitenhaltern, Haltern für Jazz und Archtop Gitarren, die teilweise nur noch auf die Decke gelegt werden usw. Im Internet gibt es von den großen Musikläden sehr viel und weitreichende Angebote. Wenn du kannst nimm dein Teil mit in deinen Laden und entscheide dich dann für hoffentlich das passende und richtige Bauteil. Rücksendungen sind wie immer brenzlig, wenn du es schon ausgepackt oder gar eingebaut hast, da diese dann nicht mehr gehen. Wer hier im Internet kuckt wird fündig und deiner Fantasie über Farben, Formen, Qualitäten und technischen Raffinessen sind keine Grenzen gesetzt.

6. Klinkenbuchsen

Ebenfalls eine interessante Erfahrung die ich gemacht habe: hochwertige Klinkenbuchsen für ca. 2.50.-€ klinken einfach besser und robuster ein, als dein eingebautes Teil aus Thailand, Philipinen oder sonstigen asiatischen Herstellerfabriken. Wenn du schon dabei bist, deine Gitarre aufzuwerten, dann spare auch hier nicht und setz dir ein amtliches Teil ein, bleibt ja längere Zeit drin und wieder zigmal am Tag bedient.

7. Abdeckplatten

eine extra Sparte nur für Plastik Abdeckplatten aller Art und Formen, ja das gibt's und spätestens wenn du einen Ersatz brauchst bist du heilfroh.

8. Vibratoblöcke

gibt es bis 320.-€ rauf und die Hersteller sind deiner Gitarre sehr ähnlich, vor allem Fender usw. Wenn es original aussehen soll, kannst du auch hier wieder erweitern, verbessern, die einzelnen Reiter austauschen oder sonstiges. Der eine spielt mit 2 Federn, der andere mit 3 und wieder andere spielen mit 5 Federn. Das ganze ist ja auch wieder von deiner Saitenspannung abhängig und wenn du mit einem 0.08er Satz spielst brauchst du höchstwahrscheinlich keine 3 oder 5 Federn am Vibratoblock. Achte auf die Verarbeitungsqualität, vor allem wenn du ein Handschweißproblem wie ich hast. Auch Edelstahl wird blind, wenn du es nicht regelmäßig putzt.

Vibratoblöcke gibt es in den Formen: Telecaster, Stratocaster, Les Paul, Floyed Rose (verstimmungsfrei und freischwebend), Bigsby für Archtop Gitarren sowie reichhaltiges Zubehör wie Hebel und diverses. Was du nun umbaust oder einbaust, bleibt dir überlassen. Deine Freunde, die vielleicht schon bessere Gitarren haben lassen dich mal einen Blick über ihre Gitarren werfen und dann erkennst du schnell, was Sache ist. Oder du holst dir die nötige Info im Gitarrenladen und lässt dich beraten. Die 2 Grundschrauben können durchaus so positioniert sein, daß ein neuer Wunschblock gar keinen Platz hat oder sonst irgendetwas stört. Bitte nimm deine Klampfe mit zum Laden oder lass dich gut von Profis beraten. Bist du technisch versiert und in der Technik tätig wirst du es bestimmt selbst einschätzen können.

Vorsicht! Ein Umbau des Vibratoblockes könnte in die Hose rutschen, wenn Dimensionen, Abmessungen und Saitenführungen nicht mehr original sind und anders ausgelegt sind. Bitte erkundige dich vorher und gründlich, damit es richtig klappt.

9. Schalter

Wie ich schon geschrieben habe, sind die einfachen und bewährten 5-fach Schalter von Fender oder anderen renommierten Herstellern einfach besser, als Standard Ware aus dem SOA Raum. Ich habe meine Squier auch aufgewertet mit original Fender Teilen und es gibt bestimmt noch bessere. Der Unterschied liegt einfach in der Bedienung, dem sauberen Einrasten und der Langlebigkeit und der besseren Funktion.

10. Sättel

Tja, sogar die Sättel gibts in Hülle und Fülle und sie sind sehr wichtig, da sich die unteren Saiten dermaßen schnell nach unten ins Fleisch ziehen und das verändert die Saitenlage und schon beginnt es zu schnarren und zu scheppern. Das geht von ganz alleine. Achte auf sehr gut verarbeitetes Material, es sollte hart sein und sich nicht so leicht einschneiden lassen. Der Einbau ist sehr leicht, mit dem Stechbeutel vorsichtig entfernen - Holzleim oder Ponalleim kaufen - und am besten mit der Original Höhe einleimen, am besten mit einer Presszange über Nacht fixieren. Für nicht handwerklich begabte Leute ist wieder der Fachmann gefragt. Unbedingt den alten Sattel aufheben und damit zum Fachmann gehen zum Vergleichen bevor du ihn kaufst.

11. Werkzeuge

Tja, Werkzeuge kannst du auch im Baumarkt oder beim Werkzeugprofi kaufen, du musst es nicht im Musikgeschäft bestellen. Natürlich wird hier alles mit angeboten, falls man ein oder zwei linke Hände hat. In der Regel weißt du aber selbst am besten, wieviel Werkzeug du brauchst. Da ich selber 20 Jahre lang in einem großen Betrieb (Siemens / Infineon) gearbeitet habe. wußte ich natürlich, was ich alles zuhause brauche, da wir in der Firma nur mit hochwertigem Werkzeug umgingen. So habe ich mir im Laufe der Zeit immer wieder hochwertiges Werkzeug dazugekauft und das hält halt jahrelang und geht nicht kaputt. Gerade feine und kleine Imbusschlüssel kriegst du halt nicht für 20 Cent, und im Notfall ist so eine kleine Imbusschraube, die noch dazu Fett und Schweißreste aufweist, schnell kaputt und dann geht gar nichts mehr. Am Schluss muss man Teile rausbohren usw. Das kannst du dir sparen indem du deine Gitarre regelmäßig pflegst und die richtigen und guten Werkzeuge benutzt.

12. Hälse und Bodies

selbstverständlich sind auch heute Hälse für Strats und Telecaster Gitarren erhältlich, also auch ganze Body Formen, womit du dir auch selbst eine E-Gitarre zusammenbauen kannst. Dein Hals ist zu dick, zu dünn, zu breit, zu schmal? Kein Problem, nur auf die entsprechende Befestigung am Übergang achten und den richtigen Hals aussuchen, vielleicht schon lackiert, schon bist du glücklich und hast eine persönlich modifizierte Klampfe, die dir besonders liegt. Deine Farben am Body gefallen dir nicht mehr? Kein Problem, selbst Body teile bekommst du roh oder frisch lackiert beim Fachhändler oder im Internet. Ich hab in den 80er noch mühsam mit Stichsäge und Feile an meiner Strat geschruppt, dann zu Hoyer nach Nürnberg zum lackieren, das Schlagbrett mit Pickups und Schalter, Regler hab ich mir konfektionieren lassen und schon war meine Wunschstrat fertig - sieh dir mal das Bild an...

13. Dein Eigenbau

Am Schluss sei bemerkt, daß du heute die Möglichkeit hast, jedes Teil in der Gitarre auszuwechseln, zu ersetzen, zu erneuern oder zu modifizieren. Am Ende baust du dir selber eine Gitarre zusammen oder machst sogar ein eigenes Design für deinen Body. Tonhölzer und Verarbeitung sind im Instrumentenbau beschrieben. Ich werde noch demnächst Erläuterungen zu E-Gitarren hinzufügen. Mit Pickups kannst du sehr variieren und Verschaltungsmöglichkeiten gibt es im Internet. Von allen guten Gitarrenprofis wird bemerkt, daß sie leidenschaftlich und gerne an ihren Gitarren herumschrauben, wie Eddi Van Halen, Freddy Mercury, usw... Wer im Profi business tätig ist muss sich ja auch bemühen, um einen originellen und einzigartigen Klang zu finden. Der Verstärker oder die Effekte alleine machen es noch nicht, immer geht es um das Ganze und die Ideen dahinter. Übung macht den Meister und auch du kannst deine Erfahrungen im Laufe der Zeit auf einen guten technischen Stand bringen

 

Aktualisiert ( Freitag, den 14. Januar 2011 um 09:30 Uhr )