Das wichtigste Element einer Akustischen Gitarre ist wohl die Decke mit ihren Hölzern, Verstrebungen und Charakteristiken der Holzart. Die Decke nimmt die Spannung und den Druck der Saiten auf. Das Design und die Verstrebungen müssen dafür sorgen, daß sie sich nicht auswölbt, verzieht, einbricht oder in sonst einer Richtung verspannt. Immerhin muss sie eine Zugbelastung von 35kg bis 90kg bewältigen und sollte sich auch nach Jahren nicht verziehen oder verformen.

Kriterien für Deckenhölzer sind also die Festigkeit, die Stabilität, der Klang und natürlich die Maserung und ihre natürliche Schönheit. In der Regel wählt man dichtes und dunkles Holz für mehr Volumen im Bassbereich und leichtes und helles Holz für transparente und knackige Höhen aus. Die Deckenbearbeitung ist von so hohem Wert, daß ein versierter Gitarrenbauer selbst aus einer Schrottgitarre noch ein klangliches Kunstwerk schaffen könnte, falls er die besten Materialien für die Decke wählte. Ich habe gelesen, daß Antonio Torres selbst aus Pappe ein gut bespielbares Instrument bauen konnte.

Ausserdem hat sie die vornehme Aufgabe den Klang und die Lautstärke für das Instrument zu prägen und zu optimieren. Daher ist die Holzauswahl von sehr großer Bedeutung. Sehen wir uns die wichtigsten Hölzer in einer kurzen Beschreibung an. Meist sind die Hölzer massiv gewählt, aber auch miteinander verleimt oder aus Laminaten. Über die Fläche gesehen sind es meist 2 Hälften die spiegelbildlich miteinander verleimt werden. Bei ganz günstigen Gitarren wird nur als Furnier eine hauchdünne Schicht aufgebracht, wobei das Mittelstück aus günstigem Materialien wie Sperrholz oder anderen Resten verwendet wird und so die Oberfläche wie wertvolles Material wirkt. Man spricht von Schichtholzdecken. Die klanglichen Auswirkungen sind daher gravierend und du wirst schon gemerkt haben, was der Unterschied einer Billig- oder Einsteigergitarre im Klang bedeutet und wo ein gutes Instrument in seiner umfassenden Klangfülle im Bassbereich und der Transparenz und der schnellen Ansprache der Höhen endet. Das Deckenholz wird daher sinngemäß als TONHOLZ bezeichnet.

Du kannst dir vorstellen, daß unter den Gitarrenbauern und Spezialisten viele Meinungen umgehen, welche Hölzer und welche Bauart und Technik für die Decken nun am besten seien. Hier mischen wir uns nicht ein, sondern beurteilen einfach das Gesamtprodukt, das in der Regel immer wieder fasziniert, oder?

1. FICHTENHOLZ: Das bekannteste und beliebteste Material für Decken ist Fichtenholz - und man staune - besonders die deutsche Fichte, allgemein die europäische Fichte. Sie bietet eine hohe Festigkeit bei geringem Gewicht. Auch nordamerikanischen Fichten kommen zum Einsatz wie die Sitkafichte oder Engelmannfichte, welche spiralförmige Maserungen aufweist und daher nicht so einfach zu verbauen ist. Fichtendecken werden auch gerne im Ganzen geschnitzt für Archtop Gitarren verwendet. Fichte wurde vielfach auch bei Geigen verwendet. Dann gibt es noch die Appalachenfichte aus dem Osten Amerikas, die auch als Adirondack Fichte bekannt ist.

Die Fichtendecke ist leicht im Gewicht, zeigt eine hohe Festigkeit, farblich ist sie hell, leicht gelblich und wird sehr häufig bei Dreadnought Gitarren und Konzertgitarren verwendet. Es spricht schnell an und bringt klare Bässe und tranparente Höhen. Die Maserung wird senkrecht zu den Bünden, also in Längsrichtung verleimt. Wenn du durch einen Gitarrenladen gehst, fallen dir diese Merkmale bestimmt auf.

2. ZEDERNHOLZ - es ist weicher und elastischer wie Fichte und wurde vor allem gerne von George Lowden und der Firma Taylor verwendet. Es bietet einen warmen, voluminösen Klang. Allerdings etwas teuerer als die Fichtenhölzer zu erwerben. Farblich ist es zwischen gelb und leicht orange.

3. MAHAGONI - diese Hölzer liefern sehr viel Wärme und Tiefe, aber auch brilliante Höhen. Herkunft ist Mittelamerika - Honduras. Entscheidet sich der Gitarrenbauer für einen Mahagoni Decke dann wird er auch Boden und Zargen mit Mahagoni ausstatten, da sich sonst zu viele Störungen bilden.

4. KOA - Dieses Holz kommt aus Hawaii und wurde daher oft in Ukulelen verwendet. es bietet helle, klare und gute Mitten. Bei einer Koadecke wird der Gitarrenbauer ebenfalls in der Regel auch Boden und Zargen mit diesem Holz bestücken.

5. verschiedene Materialien und Hölzer im Test: Selbstverständlich testen die Gitarrenbauer immer wieder die unterschiedlichsten Hölzer aus, wie etwa Ahorn oder Walnussholz etc. Auch Kunststoffe sind schon im Einsatz gewesen und werden speziell gepresst und beschichtet, z.B. Kohlenstoff-Graphit-Fasern, wobei Kerne aus Birkensperrholz dienen. Auch diverse Holzfaserlaminate werden getestet und sogar Aluminium wurde für Decken getestet.

Aktualisiert ( Montag, den 20. Dezember 2010 um 10:15 Uhr )