eine der wichtigsten Kriterien für die Bespielbarkeit, den Klang und die Saitenlage ist wohl der Steg, der Saitenhalter der Gitarre. Dieser bringt die Saiten auf die richtige Höhe zum Griffbrett, legt den genauen Saitenlängenabstand fest und ist für die Intonation, den Klang und die Oktavreinheit von großer Bedeutung. Die meisten heutigen Stege sind auf die Decke aufgeleimt, im Gegensatz zu den floating bridges bei Archtop Gitarren, die nur aufgelegt werden. Folgende Typen sind sehr verbreitet:

  1. Knüpfsteg für Konzertgitarren, in dem Saiten mit Knoten oder Doppelknoten durch das Loch geknüpft werden
  2. Pinsteg, der die Saiten nach unten in die Decke führt und mit einem Pin versehen ist, damit die Saite festgeklemmt wird
  3. Pinlose Stege, wie bei einer Lowden, Breedlove oder Ovation Gitarre

Stege können recht einfach gestaltet sein, meist in rechteckiger Form, aber auch sehr schön verzierte Stege wie bei einer Gibson Hummingbird zeigen sehr filigrane und aufwändige Muster, Formen und Verzierungen auf.

Als Material verwenden Hersteller im Billigsegment eher Birken- oder Aornhölzer, bei höherwertigen Gitarren sind eher Palisander, Ebenholz, Walnussholz oder gar Elfenbein im Einsatz. Die Stegeinlage, also wo die Saiten aufliegen, ist meist aus härterem Material und meist dasselbe wie beim Sattel, hier gibt es ebenfalls unterschiedliche Ausstattungen wie z.B. Knochen, Elfenbein, Kunststoffe oder gar Einlagen aus Metall wie bei elektr. Gitarren.

Die Stegnut, also die Aufnahme der Saiten in Form von Schlitzen oder einer geradlinigen Kante ist dann für die Intonation als auch Oktavreinheit zuständig. Hier gibt es viele Ansätze der Hersteller um die kritische H-Saite in Stimmung zuhalten. Zum einen verwenden einige Hersteller breitere und damit schwerere Stege, um die verschiedenen Lagen zu gewährleisten oder man bedient sich zweier Hälften, wie es bei meiner Lowden der Fall war. Dies bringt jedoch den Nachteil, daß man sein Tonabnehmersystem nicht nachrüsten kann, da durch die Verwinkelung nicht jeder Abnehmer eingebaut werden kann. Der heutige Stand ist wohl aus einem Stück, welches austauschbar nur eingelegt wird und auch in verschiedenen Ausführungen leicht ausgetauscht werden kann.

Auf keinen Fall sollte man bei der Stegeinlage selber herumfummeln, außer man hat für genügend Ersatz gesorgt oder bedient sich eines Gitarrenbauers zur Mithilfe. Die Hersteller haben sich wohl genügend Gedanken gemacht um den bestmöglichen Kompromiss für Klang, Intonation und Oktavreinheit herzustellen. Die perfekt stimmreine Gitarre gibt es wohl nicht und je höherwertiger eine Gitarre ist, umso ausgefeilter und raffinierter sind die Designs von Stegen.

 

 

Aktualisiert ( Dienstag, den 11. Januar 2011 um 11:48 Uhr )