Für einen Gitarristen eines der wichtigsten Teile beim Spielen. Hier wird es für dich richtig wichtig, welche Form und Bespielbarkeit der Hals hat. Er kann zum "NULL" - Kriterium werden oder der Grund für deine Entscheidung, die Gitarre zu kaufen. Ein dicker Hals wird wohl stabiler sein, aber weniger Kunden ansprechen, weil er zu klobig oder umständlich ist. Ein sehr dünner Hals wird bei den E-Gitarristen viel Vorliebe finden, könnte aber zum Verdrehen oder wölben neigen. Hier ist wieder der Mittelweg oder das Extrem angesagt, je nachdem welchen Kundenstamm der Hersteller mit dem Modell ansprechen will.

Prinzipiell beseht ein Hals aus dem Griffbrett an der Oberseite mit den Bünden, dem Halsstück selbst und dem Halsfuß, der in den Korpus eingeleimt oder eingeschraubt wird. Er kann aus einem Stück Holz gefertigt sein oder aus vielen Einzelteilen zusammengeleimt, laminiert, oder zusammengesetzt sein.

Heutzutage geht das Griffbrett über die Decke und dient so zusätzlich für Stabilität. Dieser überstehende Teil kann noch zusätzlich verleimt oder gar verschraubt werden. In der Regel ist der Übergang vom Hals in den Korpus am 14. Bund.

Halsformen sind sehr charakteristisch zwischen Konzert- und Westerngitarren. Siehst du dir eine Konzert Gitarre an, wird dir auffallen, daß der Hals breit, dick und am Griffbrett relativ gerade ist, also ohne Radius oder Wölbung. Der klassische Spieler möchte den Daumen in der Mitte des Halses auf der Rückseite griffig auflegen und braucht daher ein sattes und gutes Handgefühl. Für Western- und Fingerpicking Gitarristen bevorzugen die Hersteller eine Form, die schmäler, runder und günstiger für verschiedene Griffpositionen ist, weil man auch öfters mit dem Daumen übergreifen möchte, um die Basstöne von oben zu greifen.

Ein sehr wichtiges Konstruktionsmerkmal ist der Hals/Korpus Übergang, der fast schon eine Wissenschaft für sich alleine darstellt. Kritierien wie Verwindungssteifheit, Stabilität sind hier gefragt. Weit verbreitet ist der Schwalbenschanz Übergang, der dafür bekannt ist, sehr haltfest und stabil zu sein. Zusätzlich können Hälse noch verschraubt werden oder spezielle Verzapfungen aufweisen. Bei klassischen Gitarren kommt der spanische Fuß zum Einsatz, wobei die Zargen (Seitenteile des Korpus) in einem Schlitz des Halsfußblockes mit eingesetzt werden.

Die Form des Halsfußes ist ebenfalls sehr charakteristisch für Gitarren verschiedener Hersteller, manche sind flach, manche spitz zulaufend, manche weisen einen Winkel auf usw.

Das Griffbrett selbst könnte fast als eigenständige Einheit des Halses betrachtet werden. Bei Geigen, Cellos und Kontrabässen wirst du sicherlich schon bemerkt haben, daß diese keine Bünde aufweisen. Meist erscheint das Griffbrett in sehr dunkler, schwarzer Farbe und dies hat auch seinen Grund.

Bevorzugtes Holz für Griffbretter ist afrikanisches Ebenholz oder Gabon Holz, welches sehr steif, stabil, dicht und verwindungsfest ist und dem Hals zusätzlich Festigkeit verleiht. Ausserdem verhindert es die Abnutzung durch das Spielen - vielleicht hast du nach Jahren schon bemerkt, daß auf dem Griffbrett Mulden entstehen, die durch das Benutzen oder die Bending Bewegungen zu Vertiefungen führen. Bei weichem Holz würde dies noch viel früher geschehen.

Griffbretter weisen auch einen bestimmten Winkel auf, der nicht ohne Grund gewählt wird. Zum einen hilft der Winkel beim Bending oder Saitenziehen und auch für Akkordspiel wird er eher als positiv empfunden. Blues und Bottleneck-Gitarristen bevorzugen schon einmal flache Griffbretter, da hier die Saiten gerade liegen und der Flaschenhals besser gleitet.

Man sieht also, daß die Beschaffenheit des Halses und des Griffbrettes von besonderer Bedeutung für die Kaufentscheidung einer Gitarre sind.

Ein letztes Wort sei noch gesagt zu den Bünden oder Bundstäbchen. Sie weisen am Steg Erweiterungen auf, so daß sie sich besser in das Griffbrett einkrallen. Manche Bünde werden eingepresst, manche eingeleimt usw. Wichtig ist die Krone des Bundstäbchens - also der Kopf und die entsprechende Form.

Sieh dir mal verschiedene akustische Gitarren an und danach verschieden E-Gitarren und du wirst feststellen, daß verschiedene Modelle auch ebenso unterschiedliche Bund Kopfformen aufweisen. Da gibt es schmale und hohe Bünde, breite und niedrige Bünde usw...

Dies alles ist mit den Anforderungen der Gitarristen gewachsen und hat jeweils seinen Sinn und Einsatz gefunden. Helle und hohe Bünde sind eher für hellere Klänge bekannt, niedrige Bünde eher dumpfe Klänge, jedoch höhere Spielgeschwindigkeiten und leichteres Bending beim Saitenziehen. Schmale Bünde fördern eher eine genauere Intonation. Klassische Gitarren weisen eher breitere und höhere Bünde auf als auch Jazzgitarren. Je nach Anwendungszweck der Gitarre kommen also so verschieden Formen und Designs von Bünden zur Verwendung.

Dabei hast du sicherlich festgestellt, daß du deine ganz spezielle Vorliebe für eine Griffbrett Art und die Form der Bünde hast. Dies ist wiederum ein wichtiges Kriterium für den Kauf einer Gitarre.

 

Aktualisiert ( Montag, den 20. Dezember 2010 um 13:14 Uhr )